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"Brehms Tierleben" - das Werk machte seinen Autor weltbekannt (2)

eigener Anschauung beschreiben konnte. Weitere Tiere lernte er aus der Korrespondenz mit anderen Tiergärten Europas und auch bei gelegentlichen Dienstreisen zu ihnen kennen. Diese Aufgaben waren sogar Bestandteil von Brehms Arbeitskontrakt, ebenso die Forderung, durch möglichst umfangreiche publizistische Aktivitäten hervorzutreten, was auch seinen persönlichen Ambitionen entsprach. Dem "Thierleben" selbst war auch eine Formulierung im Vertrag gewidmet. Da das Werk seit dem 25. März 1863 angekündigt war, mußte es auch während der Hamburger Zeit weitergeführt werden. Es ist daher auch kein Zufall, daß der "Tiervater" dann die fertiggestellte erste Auflage des "Thierlebens" der Zoologischen Gesellschft in Hamburg widmete.
Christian Ludwig, Alfred Edmund und Reinhold Brehm veröffentlichten mehrere Beiträge in der seit 1858 im Verlag Meidinger Sohn & Comp. Frankfurt am Main erscheinenden Zeitschrift "Mittheilungen aus der Werkstätte der Natur". Der Verleger Hermann Julius Meyer (1826-1909) hatte 1857 in die Meidinger-Familie eingeheiratet. Infolgedessen kam es wahrscheinlich auch zu ersten Kontakten zwischen Meyer und A.E. Brehm. Davon zeugen auch über 25 Beiträge Brehms, die zwischen 1861 und 1863 in den vom Bibliographischen Institut (BI) Hildburghausen herausgegebenen Periodika "Meyers Universum" und "Globus" erschienen. Der Verlagsvertrag über die Herausgabe des "Thierlebens" wurde allerdings schon im Jahre 1860 abgeschlossen. Brieflich wurde die Niederschrift des "Thierleben"-Manuskripts durch Brehm erstmals am 26. Oktober 1861 erwähnt. Für alle fünf Wirbeltier-Bände zeichnete der "Tiervater" persönlich als Autor verantwortlich, während der 6. Band mit dem Teil "Insekten, Tausendfüßler und Spinnenthiere" von dem Hallenser ntomologen Ernst Ludwig Taschenberg (1818-1896) und dem Teil "Krebse, Würmer und ungegliederte wirbellose Thiere" von dem Straßburger Zoologen Eduard Oscar Schmidt (1823-1886) bearbeitet wurde. Schmid war 1853/55 an der Universität Jena einer von Brehms Lehrern gewesen.
Natürlich hatte Alfred Brehm für sein "Thierleben" auch gewisse konzeptionelle Vorbilder zu Rate gezogen und sich aus der bisher erschienenen diesbezüglichen Literatur auch mehrere bevorzugte Quellen herausgesucht. So erkennt man Einflüsse des Werkes "Versuch einer vollständigen Tierseelenkunde" von Peter Scheitlin (Stuttgart 1840). Gern und oft zitierte er den Amerikaner J. Audubon (1785-1851), die Engländer J. Gould (1804-1881), A.R. Wallace (1823-1913) und T. Jerdon (1811-1872), seltener C. Darwin (1809-1882). Neben oftmaligem Verweis auf antike Autoren wie Plinius, Aristoteles, Aelian, Strabo, Herodot, Martial, Diodorus Siculus griff Brehm auch oft zu Textauszügen aus Werken von C. Gesner (1516-1565), während die meisten Zitate aus den Schriften der Ornithologen J.F. Naumann (1780-1857) und seinem Vater, Christian Ludwig Brehm (1787-1864)

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